Website mit KI erstellen: Solltest du das machen?

Ja, du kannst deine Website mit KI erstellen. Aber ich empfehle es nur, wenn du dich in jedem Gebiet, in dem du dir von ihr helfen lässt, selbst sehr gut auskennst. Betrachte sie nur als Praktikanten, dem du immer sehr streng auf die Finger schaust.

Du kannst von der KI nicht erwarten, dass sie dein Business und deine Zielgruppe verstanden hat und deine rechtlichen Risiken im Blick hat. KI produziert immer nur Mittelmaß, keine Originalität, besitzt keine Kreativität. Denken musst du immer noch selbst.

Und bevor du jetzt denkst, ich sei einfach hinterwäldlerisch und innovationsfeindlich: Dieser Blogartikel basiert wesentlich auf einer Antwort der KI. Natürlich habe ich ihn redaktionell stark überarbeitet. Aber die KI sagt selbst, dass du ihr nicht alles anvertrauen sollst. 🤓

Was KI dir abnehmen kann:

  • Ideen für deine Seitenstruktur
  • erste Entwürfe für Startseite, Über-mich-Seite oder Leistungsseiten
  • Überschriften, Zwischenüberschriften und Call-to-Actions
  • FAQ-Ideen aus typischen Kundenfragen
  • Meta-Titel und Meta-Beschreibungen
  • Textvarianten für eine bestimmte Zielgruppe
  • Vorschläge für Bilder, Farbstimmungen oder Gestaltungselemente
  • erste Code-Snippets für CSS, HTML oder kleine JavaScript-Funktionen
  • Textentwürfe für Newsletter, Blogartikel oder Social-Media-Posts
  • das Kürzen, Umformulieren und Strukturieren vorhandener Texte

Gerade am Anfang kann dir das helfen, schneller zu einer ersten Version zu kommen, Ideen zu vergleichen und schneller zu erkennent, was dir an deiner bisherigen Website noch fehlt. Wenn du also schon weißt, was du anbietest und wen du erreichen möchtest, kann KI dein Tempo erhöhen. Wenn du diese Grundlagen noch nicht klar hast, produziert sie leider sehr überzeugend klingende Allgemeinplätze.

KI baut keine gute Positionierung für dich.

Die meisten KI-generierten Websites sehen auf den ersten Blick ordentlich aus, klingen aber blutarm und nichtssagend.

Man liest Sätze wie: „Wir bieten individuelle Lösungen“, „Ihre Zufriedenheit steht bei uns im Mittelpunkt“ oder „Mit Leidenschaft und Kompetenz an Ihrer Seite“. Das klingt völlig generisch, sozusagen wie qualifizierter Blindtext.

Deine Website muss stattdessen beantworten:

  • Was genau bietest du an?
  • Für wen ist dein Angebot?
  • Welches konkrete Problem löst du?
  • Warum ist deine Lösung sinnvoll?
  • Was unterscheidet dich von anderen?
  • Wie läuft die Zusammenarbeit ab?
  • Was soll ein Interessent als Nächstes tun?

Diese Antworten kann KI nicht zuverlässig erfinden, denn sie keinen Arbeitsalltag nicht, hat keine Ahnung von deiner Erfahrung und bringt auch keine lebendigen Formulierungen, die dich erst greifbar machen.

KI-Texte sind nicht automatisch SEO-Texte

Viele hoffen, wenn sie ihre Website mit KI erstellen lassen, dass ihnen die KI schnell 50 Blogartikel oder eine Menge Leistungsseiten produziert, um bei Google sichtbar zu werden. Das kann ich aber nicht empfehlen.

Google verbietet KI-Inhalte zwar nicht grundsätzlich. Inhalte müssen aber nützlich, relevant, korrekt und eigenständig sein. Problematisch wird es, wenn Inhalte automatisiert in großer Menge erstellt werden, ohne Besuchern echten Mehrwert zu liefern. Das kann gegen Googles Regeln zu skalierter, minderwertiger Content-Produktion verstoßen.

Auch Meta-Titel, Meta-Beschreibungen, strukturierte Daten und Bild-Alt-Texte solltest du nicht blind aus einer KI übernehmen. Google weist selbst ausdrücklich darauf hin, dass auch diese automatisch erzeugten Inhalte korrekt, hochwertig und relevant sein müssen.

Sie kann dir zwar helfen, Suchintentionen zu sortieren, Themenideen zu sammeln, Gliederungen zu erstellen oder Texte verständlicher zu formulieren, ersetzt aber nicht die eigentliche Arbeit:

  • Welche Suchbegriffe sind für dein Angebot überhaupt relevant?
  • Welche Fragen stellen potenzielle Kunden vor einer Anfrage?
  • Was bieten deine Wettbewerber bereits?
  • Welche Inhalte fehlen in den Suchergebnissen?
  • Welche Seite soll für welches Thema gefunden werden?
  • Welche Aussagen kannst du fachlich wirklich belegen?
  • Welche Inhalte helfen deiner Zielgruppe weiter, statt nur Keywords unterzubringen?

Ein Text wird nicht gut, nur weil er viele passende Begriffe enthält. Er muss die Frage der Person hinter der Suchanfrage wirklich beantworten.

KI schreibt dir keine abmahnsicheren Texte.

Gerade in einem Heilberuf (HP-Schein oder nicht) musst du sehr darauf achten, keine Wirkaussagen zu machen – und zwar besonders, wenn du deine Website mit KI erstellen lässt. Zwar erlebe ich es in KI-Textanfragen häufig, dass sie mich vor Heilversprechen warnt, aber wenn ich einen Vorlagentext für einen Kunden generieren lasse, passiert es eben doch immer, dass sie unerlaubte Formulierungen verwendet (lies dazu auch diesen Artikel). Ich bin in der Lage, diese zu erkennen, aber du vielleicht nicht. KI ist einfach nicht zuverlässig, und die juristischen KI-Modelle, die ich bisher kennengelernt habe, weisen in der Fußzeile auch immer darauf hin.

Hilfe, alle Websites klingen plötzlich gleich!

Weil KI mit Mustern arbeitet, kann sie gut formulieren, strukturieren und Varianten erstellen. Und genau deshalb klingt sie aber auch nach KI, wenn du ihre Entwürfe unverändert veröffentlichst.

Typische Warnzeichen sind:

  • Sehr allgemeine, oft vorsichtige Aussagen („könnte hilfreich sein“, „kann helfen“, „ist oft hilfreich“) ohne konkrete Beispiele
  • Superlative und leere Versprechen
  • Unnötige Floskeln und Schnörkel
  • Überflüssige Negationen (ich bekomme mittlerweile schon Ausschlag, wenn ich eine sehe!!!)
  • Absätze, die glatt formuliert sind und keine echte Aussage enthalten
  • Texte, die keine erkennbare Haltung haben
  • Formulierungen, die nicht nach dir oder deinem Business klingen
  • Aussagen, die fachlich irgendwie plausibel klingen, aber nicht geprüft wurden

Wenn du mit deiner Website Vertrauen aufbauen willst, brauchst du eigene Erfahrungen, echte Beispiele und eine klare Sprache. Keine KI kann das glaubwürdig für dich übernehmen.

Design per KI: Gut als Inspirationsquelle, aber du solltest sie nicht überschätzen.

Viele Website-Baukästen bieten inzwischen KI-Funktionen an. Du beantwortest ein paar Fragen, wählst Branche, Farben und Stil – und bekommst ein fertiges Layout mit Texten und Bildern. Ich habe noch nie was Schönes von der KI gesehen.

Aber deine Website soll ja mehr leisten soll als „online sein“, oder?

Eine gute Website braucht eine sinnvolle Informationsarchitektur. Deine Besucher müssen sofort verstehen, wo sie gelandet sind, was du anbietest und wie sie weitermachen können. Außerdem sollte das Design zu deiner Marke passen und nicht aussehen wie die Website von fünf anderen Dienstleistern aus derselben Branche.

KI-Designs sind oft solide, aber selten wirklich individuell. Sie kennen deine Zielgruppe nicht, verstehen nicht automatisch deine Conversion-Ziele und merken nicht zuverlässig, ob deine wichtigsten Inhalte auf Mobilgeräten untergehen.

Du solltest deshalb immer prüfen:

  • Ist dein Angebot im ersten sichtbaren Bereich klar?
  • Wird deutlich, für wen du arbeitest?
  • Gibt es einen nachvollziehbaren nächsten Schritt?
  • Sind Buttons gut sichtbar und verständlich beschriftet?
  • Funktioniert alles auf dem Smartphone?
  • Sind Schriftgrößen, Kontraste und Abstände angenehm?
  • Laden Bilder, Videos und Animationen schnell genug?
  • Erzeugt die Seite Vertrauen oder sieht sie nach Baukasten aus?

KI-Bilder: Schnell gemacht, aber mit Vorsicht

Auch bei Bildern ist KI verlockend. Du kannst dir passende Stimmungen, Illustrationen, Hintergrundmotive oder Bildwelten erstellen lassen, ohne Stockbilder zu suchen.

Für abstrakte Motive, Headergrafiken, Dekoelemente oder illustrative Blogbilder kann das gut funktionieren. Sobald es aber um Menschen, Vertrauen oder dein konkretes Angebot geht, sind echte Bilder immer besser.

Gerade wenn du in einem Heilberuf arbeitest, wollen Menschen sehen, mit wem sie es zu tun haben. Ein von der KI aufgehübschtes Porträt erzeugt keine echte Nähe – dann lieber gar keins!

Außerdem solltest du KI-Bilder genau prüfen. Hände, Brillen, Schrift auf Gegenständen, Logos, medizinische Geräte, Architektur oder Details im Hintergrund sehen manchmal merkwürdig aus. Bei Bildern für Gesundheits-, Rechts- oder Fachthemen wirken solche Fehler unprofessionell.

Wenn KI-Bilder Personen, Ereignisse oder Situationen realistisch darstellen und dadurch wie echte Aufnahmen wirken, kann eine Kennzeichnung nötig sein. Die Transparenzvorgaben des EU AI Act betreffen unter anderem Deepfakes und bestimmte KI-generierte Inhalte; bei Texten besteht für Veröffentlichungen zu Themen von öffentlichem Interesse eine Kennzeichnungspflicht, wenn sie nicht menschlich geprüft oder redaktionell verantwortet wurden.

Für eine normale Unternehmenswebsite heißt das nicht automatisch, dass du jeden KI-Text markieren musst. Trotzdem ist eine menschliche Prüfung wichtig, und zwar fachlich, rechtlich und für deine Glaubwürdigkeit.

Auch wenn du die Website mit KI erstellst, bleibt die fachliche und rechtliche Prüfung deine Aufgabe.

KI kann Fehler machen, Quellen erfinden, veraltete Informationen verwenden oder rechtlich riskante Aussagen formulieren. Das gilt besonders bei Themen wie Datenschutz, Gesundheit, Recht, Finanzen oder Werbung.

Du solltest KI-Texte deshalb nie einfach veröffentlichen, wenn sie Aussagen enthalten über:

  • Rechtslagen und Pflichten
  • Gesundheitswirkungen oder Heilversprechen
  • Preise, Vertragsbedingungen oder Fristen
  • technische Sicherheitszusagen
  • Zertifikate oder Qualifikationen
  • Statistiken und Studien
  • Wettbewerber oder Marktbehauptungen
  • konkrete Ergebnisse oder Erfolgsversprechen

Bei diesen Themen gilt: Prüfe die Aussage, prüfe die Quelle, prüfe den Kontext. Wenn du deine Website mit KI erstellst, kann diese dir zwar – wie gesagt – beim Formulieren helfen, aber sie ist halt keine verlässliche Rechtsberatung, kein Faktencheck und keine redaktionelle Endkontrolle.

Das ist übrigens auch aus SEO-Sicht sinnvoll. Google empfiehlt bei KI-gestützten Inhalten ausdrücklich, auf Genauigkeit, Qualität und Relevanz zu achten.

So nutzt du KI sinnvoll für deine Website

KI funktioniert am besten, wenn du sie in einen klaren Arbeitsablauf einbaust.

Du kannst zum Beispiel so vorgehen:

  1. Definiere erst dein Ziel: Soll die Seite Anfragen bringen, Termine buchen, etwas verkaufen oder Vertrauen für eine spätere Entscheidung aufbauen?
  2. Gib der KI echte Grundlagen: Dazu gehören dein Angebot, deine Arbeitsweise, deine Tonalität, vorhandene Texte, häufige Kundenfragen und deine wichtigsten fachlichen Punkte.
  3. Lass dir mehrere Varianten erstellen: Bitte nicht nur um „einen perfekten Text“, sondern lass dir unterschiedliche Einstiege, Überschriften oder CTA-Formulierungen geben und wähle aus.
  4. Überarbeite gründlich: Ergänze eigene Beispiele, streiche Floskeln, prüfe Behauptungen und bring deine eigene Sprache hinein.
  5. Lass‘ die Seite technisch von einem Informatiker überprüfen: Teste Smartphone-Ansicht, Ladezeit, Links, Formulare, Buttons, Bilder, Datenschutztexte und Barrierearmut.
  6. Beobachte, was passiert: Schau nach dem Start in Search Console, Webanalyse und Anfragen: Über welche Seiten kommen Menschen? Was wird gelesen? Wo brechen sie ab?

Wie ich selbst KI nutze:

Ich arbeite mit drei KIs, ChatGPT (selten) Perplexity (ständig) und Anita (eine juristische KI, die ich für Rechtsfragen nutze).

1. E-Mails:

Hier nutze ich ChatGPT, weil da die Diktierfunktion am besten funktioniert. Ich diktiere gerne ungeordnet einen E-Mail-Inhalt und lasse die KI ihn dann glätten. Wenn er fertig ist, gebe ich ihm meine persönliche Note, ändere auch manchmal die Reihenfolge. Da ich dazu neige, manchmal etwas zu trocken und direkt zu sein, lasse ich mir bei E-Mails helfen, die besonders höflich werden sollen. Das spart mir viel Zeit.

2. Unterüberschriften für Kundenseiten:

Ich lasse mir Hintergrundinformationen für Heilmethoden geben und 20 Unterüberschriften für Websitetexte vorschlagen. Aus diesem Fundus baue ich dann 4-5 neue Überschriften zusammen.

3. Textvorschläge

Aus den Hintergrundinformationen baue ich manchmal einen neuen Text für die Website des Kunden, stelle aber die Sätze um und füge überraschende Formulierungen ein.

4. Blogartikel

Für diesen Blogartikel habe ich mir eine Rohfassung von Perplexity generieren lassen, bin aber jeden Satz einzeln durchgegangen und habe viel geändert, gestrichen oder ergänzt.

5. Seitentitel

Auf Websites ist es wichtig, dass der SEO-Seitentitel eine bestimmte Länge nicht überschreitet. Hier lasse ich manchmal die KI Sätze finden, aber das funktioniert nicht immer.

6. Beitragsbilder für Blogartikel

Ich beauftrage ChatGPT, mir zu einem bestimmten Thema erst Vorschläge zu machen, wie man das bebildern kann, und dann prompte ich ihr zwei Heximalwerte und ein Vorschaubild, anhand derer sie mir ein Beitragsbild generieren soll. Das funktioniert meist sehr gut. Perplexity hingegen erklärt mir immer, dass und wie sie es gleich macht, aber dann passiert manchmal nichts mehr. 😄

7. SEO-Texte

Das versuche ich immer wieder mal, aber es funktioniert leider sehr schlecht. SEO ist zu komplex für KI, glaube ich.

Fazit

Du kannst dir beim Bau deiner Website von der KI helfen lassen, wenn du KI als Werkzeug nutzt und nicht als Ersatz für Strategie, Fachwissen und Kontrolle.

KI spart dir Zeit bei Struktur, Ideen, Textentwürfen, technischen Fragen und Varianten. Sie kann dir helfen, schneller aus einer groben Idee eine brauchbare Website zu machen.

Wenn deine Website aber dauerhaft Kunden gewinnen, bei Google sichtbar werden und Vertrauen aufbauen soll, brauchst du mehr als einen KI-Generator. Du brauchst klare Inhalte, eine sinnvolle Seitenstruktur, echte Aussagen, gute Bilder, saubere Technik und eine gründliche Prüfung vor der Veröffentlichung.

Die beste Website entsteht, wenn du sie nicht komplett mit KI erstellst, sondern wenn du selbst die Richtung vorgibst und dir von der KI nur die Hiwi-Jobs abnehmen lässt.

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