Onepager oder mehrseitige Website: Was passt besser zu dir?

Du fragst dich, ob für deine Praxis ein sog. „Onepager“ reicht, oder ob du lieber eine mehrseitige Website aufbauen solltest? Die typische Juristenantwort: Es kommt darauf an – nämlich darauf, was du anbietest, wie du gefunden wirst bzw. werden willst und wie stark deine Website für dich arbeiten soll.

Ein Onepager kann gut funktionieren, wenn du ein klares Angebot hast und Menschen zu einer konkreten Aktion führen möchtest. Wenn du mehrere Leistungen anbietest, bei Google zu verschiedenen Themen sichtbar werden willst oder langfristig wachsen möchtest, ist eine mehrseitige Website meistens die bessere Basis.

Dies sind Situationen, in denen ein Onepager funktioniert:

  • Du hast eine große Community
  • Du bist im ländlichen Raum ansässig, hast wenig Konkurrenz und ein Google Unternehmensprofil.
  • Du bist auf Social Media (Instagram, Facebook, LinkedIn, TikTok, YouTube) aktiv und gewinnst deine Kunden vor allem darüber. Der Onepager ist nur eine Art Basislager, in dem du alle Informationen über dich bündelst.
  • Du fängst gerade erst an und willst erstmal dein Handtuch ausbreiten und hast auch nicht so viel Geld, aber langfristig willst du schon eine größere Seite.

Onepager – alles auf einer Seite

Wie der Name schon verrät, ist ein Onepager eine Website, die aus einer einzigen langen Seite besteht (höchstens Impressum und Datenschutzerklärung sind extra). Statt sich durch viele Unterseiten zu klicken, scrollen deine Besucherinnen und Besucher von oben nach unten – oder springen über das Menü direkt zu einzelnen Bereichen.

Typische Abschnitte auf einem Onepager sind:

  • Ein klarer Einstieg: Was bietest du an und für wen?
  • Deine Leistung oder dein Produkt
  • Vorteile und Ablauf
  • Über dich oder dein Team
  • Kundenstimmen, Referenzen oder Beispiele
  • Häufige Fragen
  • Kontaktformular, Terminbuchung oder Kaufbutton

Du führst die Besucher also in einer sinnvollen Reihenfolge durch deine Inhalte, machst erst klar, worum es geht, dann zeigst du, warum dein Angebot hilfreich ist, und am Ende sagst du, was die Person tun soll.

Ein Onepager liefert die wichtigsten Infos in einer sinnvollen Reihenfolge.

Die klare Besucherführung ist praktisch, wenn du nur ein Hauptziel hast. Zum Beispiel, wenn du möchtest, dass jemand ein Erstgespräch bucht, oder wenn du Anfragen für eine bestimmte Dienstleistung bekommen willst, wenn du einen Workshop, ein Event oder einen Onlinekurs verkaufst oder Anmeldungen für eine Warteliste sammelst.

Je weniger Ablenkung es gibt, desto leichter fällt es vielen Menschen, den nächsten Schritt zu machen.

Ein Onepager ist auch meist schneller fertig, denn du musst nicht gleich zehn Unterseiten planen, gestalten und mit Inhalten füllen. Das ist super, wenn du neu startest, ein Angebot erst einmal testen willst oder einfach schnell professionell online sein möchtest. Gerade für Soloselbstständige, kleine Unternehmen oder zeitlich begrenzte Aktionen kann das eine sehr sinnvolle Lösung sein.

Aber wenn du nur eine einzige Seite hast, muss sie besonders gut aufgebaut sein, weil sie deine komplette Geschichte erzählen soll. Wenn der Einstieg also schwammig ist oder der Nutzen nicht klar wird, hilft dir auch das schönste Design nicht.

Manche Unternehmende nutzen einen Onepager zusätzlich zur eigentlichen Unternehmenswebsite, also als Landingpage:

  • für einen neuen Onlinekurs
  • für eine Fotoaktion
  • für ein Seminar oder einen Workshop
  • für ein Webinar
  • für eine besondere Beratungsleistung
  • für ein Freebie oder eine Checkliste
  • für eine Verkaufsaktion
  • für eine saisonale Dienstleistung

Stell dir vor, du bewirbst über Instagram ein Herbst-Mini-Shooting. Dann möchtest du nicht, dass Menschen erst auf deiner großen Website herumklicken müssen. Sie sollen direkt sehen: Was ist das Angebot? Wann findet es statt? Was kostet es? Wie läuft es ab? Wo kann ich buchen? Dafür ist ein Onepager oder eine Landingpage ideal.

Der größte Nachteil: SEO ist deutlich begrenzt.

Auf einem Onepager hast du nur eine zentrale URL, die für Google zu einem Hauptthema passen soll.

Du kannst eine Seite nur  für einen Suchbegriff optimieren. Die gelieferten Informationen sollten zum Suchbegriff und zum Thema passen. Wenn du aber mehrere unterschiedliche Methoden anbietest, kannst du auf einer einzigen Seite zwar alle Leistungen erwähnen. Aber du kannst nicht jede Leistung so ausführlich behandeln, dass Google und deine Wunschkunden sofort verstehen: Dafür bist du die richtige Anlaufstelle.

Google bewertet nicht einfach, wie viele Keywords auf deiner Seite stehen. Sodern Suchmaschinen wollen erkennen, welches Thema eine Seite wirklich gut beantwortet. Deshalb ist es oft sinnvoller, für wichtige Leistungen, die auch ein Suchvolumen haben, eigene Seiten zu bauen.

Die Seite wird schnell zu lang.

Ein Onepager beginnt oft schön schlank. Dann kommen neue Leistungen dazu, noch ein paar Kundenstimmen, ein FAQ-Bereich, ein Blog-Ausschnitt, ein Teamabschnitt, ein Newsletter-Formular und vielleicht noch drei Zielgruppen. Irgendwann wird aus dem Onepager ein langer Scroll-Marathon. Lange Seiten sind nicht per se schlecht. Wenn der Inhalt spannend, gut gegliedert und relevant ist, scrollen Menschen gern. Wenn aber alles irgendwie auf dieselbe Seite gequetscht wird, wirkt die Website schnell unruhig und überladen.

Auf einem Onepager hast du auch weniger Platz für Details und Vertrauen. Bei einfachen Angeboten reicht eine kurze Erklärung oft aus, aber bei komplexen Leistungen braucht man mehr Informationen.

Die Vorteile einer mehrseitigen Website

Eine mehrseitige Website besteht aus mehreren eigenständigen Seiten – zum Beispiel für deine Leistungen, deine Zielgruppen, Über dich, Referenzen, FAQ, Blog und Kontakt.

Du kannst bei Google zu mehreren Themen gefunden werden. Das ist der große SEO-Vorteil. Statt alles auf einer Seite unterzubringen, bekommt jedes wichtige Thema eine eigene Seite. So kann jede Seite ein Thema ausführlich erklären und auf passende Suchbegriffe ausgerichtet werden. Menschen landen direkt dort, wo ihre konkrete Frage beantwortet wird.

Du kannst verschiedene Zielgruppen gezielter ansprechen. Vielleicht arbeitest du mit Erwachsenen und Kindern, junge Mütter oder bietest Businesscoaching an. Mit einer mehrseitigen Website kannst du gezielt auf unterschiedliche Situationen eingehen.

Fazit: Es kommt auf den Einzelfall an.

Ein Onepager ist nicht automatisch „zu wenig“ und eine mehrseitige Website ist nicht automatisch „professioneller“. Es geht wirklich darum, was deine Website für dich tun soll.

Wenn du ein fokussiertes Angebot schnell, klar und ohne große Umwege verkaufen oder erklären möchtest, und keine SEO brauchst, kann ein Onepager perfekt sein. Wenn du mehrere Leistungen anbietest, langfristig bei Google sichtbar werden willst und dein Business wachsen soll, bist du mit einer mehrseitigen Website meistens besser aufgestellt. Und natürlich kannst du einen Onepager immer in eine mehrseitige Website umwandeln.

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