„Meine Website ist doch viel zu klein, um für Hacker interessant zu sein“
Diese Auffassung begegnet mir immer wieder. Aber das ist ein gefährlicher Irrtum, denn es geht den Hackern ja gar nicht um dich persönlich, sondern um die Kapazität deiner Seite. Du kannst davon ausgehen, dass deine Seite öfter von Hacker-Bots besucht wird als von echten Menschen.
Hacker suchen nicht nach bekannten Namen
Heutzutage werden die Angriffe von sogenannten Bots durchgeführt, die das Internet rund um die Uhr nach typischen Sicherheitslücken filzen, also veralteten WordPress-Versionen, unsicheren Plugins oder leicht zu erratenden Passwörtern. Der Bot prüft dabei nicht, ob hinter einer Website eine große Firma, eine Arztpraxis oder ein kleiner Coaching-Betrieb steht. Findet er eine offene Tür, versucht er, sie zu nutzen.
Was haben Angreifer von einer kleinen Website?
Eine gehackte Website kann für Kriminelle auf unterschiedliche Weise nützlich sein. Sie kann beispielsweise missbraucht werden, um …
- Spam-Mails zu versenden,
- betrügerische Seiten oder Phishing-Mails glaubwürdiger wirken zu lassen,
- Besucher unbemerkt auf unseriöse Angebote weiterzuleiten,
- versteckte Werbelinks für Suchmaschinen zu platzieren („SEO-Spam“),
- Schadsoftware weiterzuverbreiten oder
- Teil eines Netzwerks für weitere Angriffe zu werden.
Deine Website ist slso nur das Werkzeug für andere kriminelle Zwecke.
Kleine Websites sind meist leichter angreifbar.
Große Unternehmen haben meist eigene IT-Abteilungen, feste Wartungsprozesse und Sicherheitsvorgaben. Kleine Websites werden, wenn sie einmal erstellt sind, oft selten technisch gepflegt. Sie sind gewissermaßen die Omis unter den Websites: unaufmerksam und leicht auszutricksen.
Besonders riskant sind:
- nicht eingespielte Updates für WordPress, Themes oder Plugins,
- nicht mehr gepflegte Plugins
- einfache oder mehrfach verwendete Passwörter,
- fehlende Zwei-Faktor-Authentifizierung,
- zu viele Benutzerkonten mit weitreichenden Rechten,
- fehlende Backups oder solche, die nie getestet wurden.
Es braucht also keinen besonders ausgefeilten Angriff.
Ein erfolgreicher Angriff kann dazu führen, dass die Website nicht mehr erreichbar ist, Google vor ihr warnt oder Besucher auf fremde Seiten umgeleitet werden. Hinzu kommen Zeitaufwand, Kosten für Bereinigung und Wiederherstellung sowie mögliche Vertrauensverluste bei Interessenten und bestehenden Kunden. Hinweise können etwa Browserwarnungen, auffällige Spam-Mails, ungewöhnlich langsame Ladezeiten oder eine plötzlich nicht erreichbare Website sein.
Für Praxen, Therapeutinnen, Coaches und andere Dienstleister ist das besonders unangenehm: Die Website ist oft der zentrale Ort, an dem neue Anfragen entstehen. Fällt sie aus oder wirkt sie unseriös, kann das direkt Geschäft und Reputation beeinträchtigen.
Nimm den Schutz deiner Website daher bitte ernst und mach‘ die Updates 1x wöchentlich:
Website-Sicherheit ist wie Zähneputzen:
- WordPress, Themes und Plugins regelmäßig aktualisieren.
- Nur notwendige und vertrauenswürdige Erweiterungen einsetzen.
- Für jedes Konto ein langes, individuelles Passwort verwenden.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung für Administrator-Zugänge aktivieren.
- Regelmäßige, getrennt gespeicherte Backups erstellen und testen.
- Die Website auf ungewöhnliche Dateien, Weiterleitungen und neue Benutzerkonten kontrollieren.
- Eine feste technische Wartung einplanen – intern oder durch einen Dienstleister.